Markus' Reisebericht

Südostasien 2025-2026

Aktual.

Jun 15, 2026

Transparenz

Wertvolles

Aktualisierung

  • Juni 2026: Überarbeitung

Rosenthal-Bielathal, Schwarzbach, Frankfurt

Dörfer in Sachsen bzw. Stadt in Hessen, Deutschland

Mein Name ist Markus Petzold und komme aus Deutschland. Mit dem folgenden Schreiben, möchte ich über meine Reise in Südostasien, in Indonesien, Singapur und Malaysia, von Mai 2025 bis Juli 2026 berichten.

Anfang Mai 2025 sagte mir Eva nach einer Gebetszeit, dass viele Christen den Fehler machen, auf eine Anweisung Gottes zu warten, statt selbst den ersten Schritt zu machen. Daraufhin entschied ich mich, nach Indonesien zu reisen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht genügend Geld, um den Flug zu buchen und hatte gar nicht groß darüber nachgedacht, doch mein Gott gab mir Frieden dafür.

Drei Tage später habe ich eine Geldschenkung in Höhe von 500 Euro erhalten, ohne danach gefragt zu haben. Damit konnte ich meinen Flug buchen und einige Dinge für die Reise bezahlen. Mein Kontostand verringerte sich wieder schnell und es kamen innere Zweifel auf, wie die anderen Reisekosten gedeckt werden sollten. Ich wollte aber glauben und sprach dann in etwa: Gott, wenn du mich in Indonesien haben willst, dann wirst du alle meine Kosten decken. Wiederum drei Tage später erhielt ich erneut eine Geldschenkung in Höhe von 500 Euro. Damit waren alle Kosten für den geplanten einmonatigen Aufenthalt gedeckt. Mein Gott hatte für alles gesorgt.

Mit mir wollte auch Bernhard kommen, den ich zuvor fragte, ob er mich begleiten möchte. Es wäre für mich eine Sicherheit gewesen, wenn noch jemand mitgekommen wäre. Als wir dann später aber am Flughafen in Frankfurt angekommen waren, konnte Bernhard nicht einchecken, da sein Reisepass nicht mindestens 6 Monate gültig war. Bernhard hatte zuvor bereits einen neuen Reisepass beantragt, aber der war noch nicht angekommen. Aus diesem Grund bin ich dann ohne Bernhard in Richtung in Indonesien gestartet.

Tangerang, Jakarta

Städte in West Java, Indonesien

Am 16. Mai bin ich am Flughafen in Tangerang, Indonesien angekommen. Während meines Aufenthalts dort hatte ich Gemeinschaft mit Bayu und David von Ets Coffee Roaster sowie ihren Frauen, Amelia und Anna. Außerdem wurde ich zum Coffee Festival in Jakarta eingeladen. Dort haben wir unter anderem die Auktion des Rohkaffees von Benediktus Rudin verfolgt. Er gewann mit seinem Robusta in geschälter Trockenaufbereitung bei einem Wettbewerb den zweiten Platz, obwohl dieser noch 17 % Feuchtigkeit hatte (normalerweise 11 - 12 %).

Gemeinsam mit Joesi Sihombing besuchte ich die Jakarta Praise Community Church (JPCC). In einer kleinen Gruppe teilte ich meine Befreiungsgeschichte durch meinen Herrn Jesus Christus. Eine Sache, die mir während meines Aufenthalts aufgefallen war, dass es sehr viel Struktur gab. Mir kam dann dazu folgender Satz, „Je mehr Struktur und Kontrolle, desto weniger kann der Heilige Geist wirken.“ Das ist auch eine meiner Baustellen: Mehr auf Gott vertrauen, anstatt auf scheinbare Sicherheiten und den eigenen Verstand.

Labuan Bajo

Hafenstadt auf der Insel Flores, Indonesien

Anschließend ging es für mich weiter nach Labuan Bajo auf der Insel Flores. Ich besuchte Christa in der KAFFEEkostBAR und verfolge die ersten Vorbereitungen für den geplanten Umzug zum neuen Standort. Nach der Zusammenarbeit mit dem Bamboo Cafe sollte es im August in einem leer stehenden Geschäft schräg gegenüber weitergehen.

Ebenso lernte ich die Freunde von Christa kennen. Ich übernachtete bei David und seiner Frau Viecy. David unterstützt Christa beim Rösten und Verkosten und der Instandhaltung der Röstmaschine in der KAFFEEkostBAR.

Region Colol

Region in Ostmanggarai, Insel Flores, Indonesien

Gemeinsam mit Viecy und Hanna fuhr ich in die Region Colol, um die Kaffeebauern, mit den wir seit 2023 Direkthandel betreiben, zu besuchen. Zuvor hatte ich wahrgenommen, dass Hanna nicht mitkommen soll. Ich hatte das nicht weiter beachtet. Als wir das Motorrad dann abholten, hatte Hanna den Gedanken, dass das Motorrad zu groß und zu schwer ist. Später während der Fahrt hatte ich ein Bild vor Augen, dass ich einen Unfall mit Hanna haben würde. Ich hatte das als Angstmache von Satan gesehen und ebenso ignoriert. Kurze Zeit später kam es dann dazu, dass ich nach ein scharfen Kurven von der Straße abgekommen bin und hingefallen bin. Ich ging zunächst zum Motorrad anstatt nach Hanna zu schauen. Es war für mich ein frustrierender Moment des Versagens. Kurze Zeit später wurden wir in einem nahegelegenen Haus versorgt und wir kamen schlussendlich im Dorf Tangkul an. Ein paar Tage später stießen dann auch Christa, David und Brian zu uns.

Zuvor hatte mir Nicolas telefonisch mitgeteilt, dass er den Glauben hat, dass Gott die notwendigen Finanzen freisetzen wird, um den Rohkaffee von der Ernte 2024 zu kaufen. Ich hatte Frieden damit und konnte dem zustimmen.

In Abstimmung mit Nicolas kündigte ich den Bauern an, dass wir ihren Rohkaffee von der Ernte 2024 kaufen werden und dafür die notwendigen Vorbereitungen getroffen werden sollen. Ich erzählte den Bauern aber nicht, dass zu dem Zeitpunkt noch gar nicht das nötige Geld hatten. Wir hielten aber im Glauben fest, dass Gott die finanziellen Mittel freisetzen würde. Anschließend haben wir das Gewicht des Rohkaffees ermittelt und eine Aufteilung für die Standorte Deutschland, Döbeln und Indonesien, Labuan Bajo erstellt. Dazu muss man wissen, dass der Großteil der Bauern ihren gesamten Rohkaffee für uns aufbewahrt hat – im Glauben, dass wir ihn abnehmen würden.

Gemeinsam mit den Bauern besuchten wir die Kaffeegärten und lernten über den Anbau und die Verarbeitung ihres Kaffees, dabei sind auch Irrtümer aufgedeckt worden. So kann die Kaffeeart Juria (Typica), anders als Kahawa (Typica), nicht nur alle drei bis fünf Jahre, sondern bei guter Pflege und ausreichend Nährstoffen sogar alle ein bis zwei Jahre geerntet werden. In einigen Kaffeegärten gibt es neben der Sorte Arabica SL-795 auch die Sorte Kartika. Bisher wurden diese beiden Sorten zusammengemischt, was sich jedoch ab der Ernte 2026 ändern soll.

Benediktus zeigte uns noch einmal die veredelten Kaffeepflanzen. Bei einer älteren Pflanze mit Robusta-Stamm waren Arabica SL-795, Gelber Caturra und Robusta. Oftmals ist jedoch eine Arabica-Pflanze auf einen Robusta-Stamm aufgepfropft. Dadurch werden die Pflanzen robuster und erreichen auch höhere Erträge.

Noch während meines Aufenthalts gab mir der Heilige Geist die Eingebung, Lazarus Tundu in Bezug auf die Taufe mit Hilfe von Christa und Brian zu fragen und aufzuklären. Kurz vor meiner Abreise entschied sich Lazarus, getauft zu werden – durch vollständiges Untertauchen im Wasser – und damit Jesus öffentlich zu bekennen. Dies ist auch eine Abkehr vom Katholizismus – einer von Menschen gemachten Religion – und ein Schritt hin zur Gemeinschaft mit dem einzigen lebendigen Gott.

Kebonsadeng

Dorf in der Nähe von Jember, Ost Java, Indonesien

Danach reiste ich gemeinsam mit Christa nach Kebonsadeng, Jember in der Provinz Ost Java, um dort die Firma NOR Coffee Roaster des Inhabers Herr Kusnandar, zu besuchen. Die Manufaktur stellt Kaffeeröstmaschinen und Maschinen zur Rohkaffeeverarbeitung her. Zudem wird eigener Roh- und Röstkaffee produziert.

Herr Kusnandar arbeitete zehn Jahre lang im indonesischen Forschungsinstitut für Kaffee und Kakao, bevor er sich entschloss, mit einem Kollegen eine eigene Firma zu gründen. Wir besuchten mit ihm das Institut und bekamen einen Einblick in die aktuellen Forschungen. Unter anderem werden dort laufende Forschungen mit Mischkulturen, beispielsweise mit Kaffee und Papaya, durchgeführt. An einem Tag besuchten wir außerdem Kaffeebauern in der Region Argopuro.

Die Mitarbeiter der Manufaktur NOR Coffee Roaster erklärten Christa die Funktionsweise und Wartung im Detail. Sie nahmen sich auch die Zeit, mit uns mehrere Chargen zu rösten. Zudem durften wir die Herstellung der Maschinen begutachten.

Yogyakarta

Stadt des Sondergebiets Yogyakarta, Indonesien

Danach reiste ich in die Studentenstadt Yogyakarta weiter, um dort Hendro und seine Familie zu besuchen. Hendro ist ein unbezahlter Pastor der GBI Generasi Baru Yogyakarta (GENB) für die junge Generation und betreibt zu Hause ein Dojo für japanische Karatekunst - das Shinsedaikan Dojo. Hendro kam gerade von einer Reise aus Japan zurück. Da seine Rückkehr sich verzögerte, konnte ich nur etwa einen halben Tag mit ihm verbringen. Die Tage zuvor übernachtete ich bei Nicolas' Verwandtschaft. An einem Abend konnte ich dann noch an der Zusammenkunft einer kleinen Gruppe der Gemeinde teilnehmen, bei der Hendro für mich übersetzte.

Tangerang, Jakarta

Städte in West Java, Indonesien

Nach meiner Rückkehr nach Tangerang hatte ich den inneren Wunsch, etwas mehr Zeit in Yogyakarta bei Hendro und seiner Gemeinde, sowie im Dorf Tangkul bei den Kaffeebauern zu verbringen. Dies teilte ich meinen Glaubensgeschwistern in Deutschland mit. Nicolas ermutigte mich, die Freiheit zu nutzen, länger bleiben zu dürfen. So entschloss ich mich, mein Visum zu verlängern und meine Reise um einen Monat zu verlängern. Es war auch eine Entscheidung gegen das Geld, denn mein Rückflugticket nach Deutschland konnte ich weder erstatten noch ändern.

Yogyakarta

Stadt des Sondergebiets Yogyakarta, Indonesien

Ich besuchte erneut Hendros Familie. Ich wurde eingeladen, Zeit mit einzelnen kleinen Gruppen zu verbringen und ihnen meine Befreiungsgeschichte mit Jesus zu erzählen. Ebenso bekam ich die Möglichkeit, in einem Sonntagsgottesdienst zu sprechen. An dem darauffolgenden Montag wurde ich dann von einem Mann namens Manuel eingeladen, in seiner Gruppe erneut meine Geschichte zu erzählen. Anders als zuvor ergab sich dieses Mal ein Gespräch statt eines Monologs.

Danach lud Manuel mich zum Essen ein und öffnete sich mir gegenüber. Er erzählte mir von seiner sexuellen Unreinheit, dass er eine Freundin hat und mit ihr in der Vergangenheit geschlafen hat. Ich ermutigte ihn, auch Hendro davon zu erzählen. Am nächsten Tag fuhren wir gemeinsam dorthin und Manuel bekannte auch dort seine Schuld.

Ich blieb danach mit Manuel im Kontakt und er erzählte später mir, dass er auch in seiner Gruppe seine Schuld bekannte.

Labuan Bajo

Hafenstadt auf der Insel Flores, Indonesien

Mit einem Zwischenstopp in Jakarta ging es dann wieder nach Flores. Dort unterstützte ich Brian und David bei der Renovierungsarbeit für den neuen Standort der KAFFEEkostbar. Nicolas teilte mir an einem Tag mit, dass wir von einer Frau 125mio Rp. (umgerechnet etwa 6.000 €) geschenkt bekommen haben. Ja, unser Gott hat rechtzeitig für die notwendigen Finanzen zum Kauf des Rohkaffees gesorgt - Nicht durch Kraft und nicht durch Macht, sondern durch Gottes Geist.

Region Colol

Region in Ostmanggarai, Insel Flores, Indonesien

Dieses Mal hatte ich niemanden bei mir, der mir mit der Übersetzung helfen konnte. Deshalb verständigte ich mich per Mobiltelefon mit den Kaffeebauern.

Ich teilte den Bauern das wunderbare Wirken Jesus' mit, durch den die finanziellen Mittel freigesetzt wurden, die für den Kauf des Rohkaffees notwendig waren.

Nach ein paar Tagen bei den Bauern kam heraus, dass Nobertus in ähnlicher Weise gehandelt hat, wie mit Lodovikus Vadirman von der Kooperative Asnikom, mit der wir bis Anfang 2023 noch zusammengearbeitet haben. Es wurde Rohkaffee von anderen Bauern gekauft und an uns weiterverkauft. Ebenso wurde bei der Verarbeitung teilweise unsauber gearbeitet. Nobertus stritt alles ab, doch wir erhielten mehrere bestätigende Aussagen zu diesem Sachverhalt. Ein Bauer, der an Nobertus verkauft hatte, teilte dies Benediktus mit.

Aufgrund des mangelnden Vertrauen entschlossen Nicolas, Christa und ich, den Rohkaffee von Nobertus von der Ernte 2024 und 2025 nicht zu kaufen. Die Tür für eine Zusammenarbeit ab 2026 ist offeen, sofern Nobertus das gemeinsame Handeln in Wahrheit und Gerechtigkeit für sich bejaht.

Tangerang

Stadt in West Java, Indonesien

Mit dem Plan, nach Deutschland zurückzukehren, ging es für mich zurück nach Tangerang. Nicolas teilte mir mit, dass das vor etwa einem Jahr gekaufte Pferd wieder verkauft werden sollte, da der Großteil unserer Bauern es nicht nutzen und wir das Geld stattdessen für andere Dinge einsetzen möchten, die allen Bauern zum Nutzen sind.

Etwas später informierte mich Nicolas darüber, dass Nobertus auch beim Kauf des Pferdes nicht aufrichtig gewesen sei. Demnach soll das Pferd damals 13 Mio. Rp gekostet haben, uns wurde jedoch gesagt, dass es etwa 8 Mio. Rp. wert sei. Auch diese Sache stritt Nobertus ab. Darüber hinaus weigerte er sich, das Pferd, welches Eigentum der KAFFEEkostbar-Familie ist, zurückzugeben, und verlangte eine Entschädigung für die Versorgung in Höhe von 50.000 Rp. pro Tag, was umgerechnet etwa 22,5 Mio. Rp. entspricht.

Als ich das hörte, sagte ich zu Nicolas, dass ich eigentlich noch einmal dorthin müsse. Er gab mir dafür seine Zustimmung und ich entschied mich, meine Reisepläne erneut zu ändern und meinen Aufenthalt zu verlängern. Da mein Visum aber kurz vor dem Ablauf stand, musste ich das Land zunächst verlassen.

Singapur

Stadtstadt südlich an der Grenze zu Malaysia

Anstatt nach Frankfurt weiterzufliegen, blieb ich für einige Zeit in Singapur. Ich besuchte Kaffeeröstereien und klärte über das Zwei-Könige-Prinzip auf, sowie über die Verfügbarkeit von Rohkaffee aus der Region Colol auf der Insel Flores. Vor allem das Gespräch mit CY und seiner Frau Pei Pin von der Kaffeerösterei ASK Coffee Roastery war sehr wohltuend für mich.

Ein paar Tage später ging ich dann zu dem Missionsdienst Youth with a Mission (YWAM) und bekam dort eine Unterkunft. Ich erzählte dort auch von dem von Gott gegebenen Gerechtigkeitsprinzip und von meiner persönlichen Geschichte mit Jesus.

Ich traf auch Leute von der "Mega Church" City Harvest Church und wurde zum "Saturday Service" eingeladen. Es war für mich wie zuvor bei der JPCC in Jakarta, eine großes Unterhaltungsprogramm mit Musik, Technik, Licht und Predigt. Zugegeben, ich habe nicht viel Erfahrung mit Gemeinden, aber ich bin Jesus dankbar, dass er mich mit meiner Glaubensfamilie in Deutschland verbunden hat.

Kurz vor meiner Abreise hatte ich einen finanziellen Engpass und habe in meiner leiblichen Familie wegen einem Kredit gefragt. Ich hatte Nicolas davon erzählt und er hatte mich ermutigt, meine geistliche statt meine leibliche Familie um Unterstützung zu bitten. So habe ich den Kredit zurückgegeben und in meiner Glaubensfamilie um Hilfe gebeten. In meiner Zeit in Indonesien habe ich immer wieder Unterstützung von meiner leiblichen Familie erhalten. Es kam dazu, dass ich mich darauf verlassen habe. Dann hat der Heilige Geist in etwa so zu mir gesprochen: Verlass dich auf mich und nicht auf deine leibliche Familie. Ich wusste in dem Moment, dass der Heilige Geist diesen Schritt aufs Wasser von mir verlangte. Ich hatte mich dann entschieden auf die Unterstützung zu verzichten und es der betreffenden Person mitgeteilt.

Bandung

Stadt in West Java, Indonesien

Anschließend bin ich erneut in Indonesien, Tangerang eingereist, um dann mit dem Bus nach Bandung weiterzureisen.

Ursprünglich kam ich dorthin, um unseren Exporteur Dave und einen Kaffeebauern kennenzulernen. Doch dann öffneten Andrew und Gabriella, ein Pastoren-Ehepaar für Jugend und Studenten vom Inspire Community Center (ICC), ihr Haus für mich. Auch ihnen erzählte ich, wie Jesus mich aus der Gefangenschaft rausgerettet hat. Sie luden mich daraufhin ein, in zwei kleinen Gruppen und später auch mit ein paar von ihren Freunden darüber zu sprechen.

Mit Dave konnte ich mich nur begrenzt austauschen und einen Besuch bei dem Kaffeebauern Nono Suhana war nicht möglich.

Auf Nachfrage von Nicolas bekam ich die Möglichkeit, an zwei Tagen gemeinsam mit dem Mitarbeiter Naufal bei SUJI Experience Bar mit dem Suji x WE Sample Roaster zu rösten und später dann auch eine Verkostung der Röstungen durchzuführen. Man nahm sich sehr viel Zeit für Erklärungen und die Beantwortung von meinen Fragen.

In meiner frei verfügbaren Zeit besuchte ich weitere Kaffeeröstereien, um Kontakte zu knüpfen. Es bleibt abzuwarten, wer bereit ist, das Zwei-Könige-Prinzip gemeinsam mit den Bauern zu leben.

Region Colol

Region in Ostmanggarai, Insel Flores, Indonesien

Mit Zwischenhalt in Jakarta, Tangerang und Labuan Bajo fuhr ich zum dritten Mal in die Region Colol.

Gemeinsam mit Hanna und den Kaffeebauern gingen wir zu Nobertus, um das Pferd einzufordern. Doch erneut weigerte sich Nobertus das Pferd herauszugeben. Gott gab aber die Führung für das Gespräch und die Fähigkeit mit Autorität zu sprechen. Schlussendlich willigte Nobertus ein und gab das Pferd zurück. Das Tier wurde anschließend in die Obhut von Lazarus gegeben.

Es geht nicht darum, Nobertus als Schuldigen hinzustellen, aber ich möchte offen über die Geschehnisse berichten. Sowohl für wir von der KAFFEEkostbar, als auch die Bauern wünschen uns, dass Nobertus von Herzen umkehrt, statt seinen Stolz zu bewahren und sein Herz zu verhärten.

Hanna reiste dann wieder zurück, während ich noch dort blieb. Später kamen Christa und Christin Hanna, die Schwester von David aus Labuan Bajo zum Dorf Tangkul. An einem Tag kam der Kaffeebauer Hironimus aus Wejangmalih zu Benediktus' Haus, um seinen Rohkaffee verarbeiten zu lassen. Ursprünglich wollte er Lodovikus beauftragen, entschied sich dann jedoch anders. Nach der Verarbeitung mit der Hullermaschine kamen wir mit ihm ins Gespräch. Er erzählte darüber, dass die Menschen in der Region mehr Angst vor der Tradition, schlussendlich vor anderen Menschen, als vor Gott haben. Diebstahl und Missbrauch nimmt man scheinbar hin, aber man hat Angst vor der Abweisung von Familie, Freunden und Bekannten, wenn man beispielsweise eine traditionelle Veranstaltung ausfallen lassen würde.

Auch erzählte er uns von einer seltsamen Sache in seinem renovierten Haus, nämlich, dass er dort mit seiner Frau nicht gut kommunizieren kann und es häufig zu Missverständnissen und Streit kommt, was auch die Kinder mitbekommen. Sie müssen dann erst das Haus verlassen, um in vernünftiger Art und Weise miteinander zu sprechen. Er bat uns um Hilfe, ob wir für diese Sache beten könnten und lud uns für den nächsten Tag zu sich nach Hause ein.

Am nächsten Tag gingen wir gemeinsam mit den Bauern in die Kaffeegärten. Als wir dann später wieder zurück zum Dorf gehen wollten, sahen wir, dass das Pferd gestürzt war und sich verletzt hat. Es lag ein ganze Weile auf dem Boden und konnte eine lange Zeit nicht aufstehen. Gott gab mir die Eingebung für Leben und Heilung zu beten und ebenso gab er die Weisheit und das Gelingen, für das Handeln in dieser Situation. Das Pferd richtete sich nach einiger Zeit auf, wodurch ich es zum Gartenhaus von Benediktus führen konnte. Eine kurze Zeit später kamen dann auch Papa Keyla und Mama Tota, um das Pferd zu versorgen. Das Pferd legte sich dort dann wieder auf den Boden und ich gab es in Gottes Hand.

Christa und Christin Hanna waren bereits in Wejangmalih, ich wurde dann von Hironimus abgeholt. Er erzählte uns, dass sie ein traditionelles Ritual zum Schutz und Segen des Hauses abgehalten haben und nicht verstehen, warum dieses Kommunikationsproblem nun vorhanden ist. Für mich war es offensichtlich, dass sie dadurch eine Tür für unreine Geister geöffnet haben. Das gilt ebenso für die katholischen (okkulten) Praktiken. Hironimus bedankte sich für das Gespräch wollte aber seine Tradition nicht aufgeben.

Am darauf folgenden Tag fuhren Christa und Christin Hanna wieder nach Labuan Bajo. Als ich dann am Nachmittag in den Kaffeegarten ging, sah ich, dass das Pferd genesen war und nicht mehr auf dem Boden lag. Ich denke, dass man nach so einer Verletzung zumindest am nächsten Tag humpeln würde, aber das Pferd schien so zu laufen, als wäre nichts passiert. Gott der Arzt, hatte für Genesung gesorgt.

Bevor ich nach Labuan Bajo zurückkehrte, kauften wir von Lazarus Tundu und seiner Frau Mama Dino 0,69 kg Vanille für 3,62 Mio. Rp/kg und 1,38 kg für 200k Rp/kg.

Labuan Bajo

Hafenstadt auf der Insel Flores, Indonesien

Gemeinsam mit Christa wandte ich das gesammelte Wissen mit dem "Sample Roaster" von SUJI an. Die Verbindung mit dem Programm Artisan Scope lief reibungslos, wodurch nun eine Dokumentation mit dieser Röstmaschine möglich ist.

Denpasar, Region Kintamani

Stadt bzw. Region auf Insel Bali, Indonesien

Während meines Aufenthalts in Denpasar besuchte ich die kleine Rösterei Klar Coffee Roastery. Gemeinsam mit der Besitzerin durfte ich zwei Proberöstungen mit ihrer Röstmaschine von NOR Coffee Roaster durchführen.

In Kintamani, im Norden Balis, befindet sich die Curtina Coffee Farm. Ich durfte die Farm besuchen und erhielt von Wana und Amellya einen Einblick in den Anbau und die Verarbeitung des Kaffees. Die Curtina Coffee Farm besitzt eine eigene Plantage von einem Hektar und kauft Kaffeekirschen von den umliegenden Kaffeebauern, um diese zu verarbeiten.

Surabaya

Stadt in Ost Java, Indonesien

In Indonesiens zweitgrößter Stadt habe ich ein Team von PT Yama Ekspress getroffen. In den Jahren zuvor hat Dave aus Bandung diesen Dienst für den Transport genutzt. Aufgrund neuer Regulierungen der Regierung haben sich die Bedingungen geändert, sodass wir nach einer anderen Lösung gesucht haben und dabei direkt mit PT Yama Ekspress in Kontakt getreten sind. Ich haben über unser Anliegen gesprochen, Rohkaffee in verschiedene Länder zu exportieren.

Yogyakarta

Stadt des Sondergebiets Yogyakarta, Indonesien

Dieses Mal übernachtete ich im Haus von Manuel und seinen Mitbewohnern. Erneut machte ich mich auf die Suche nach Kaffeeröstereien. Ich besuchte die Kaffeebar Wombats Coffee Wijilan. Dort gab man mir den Tipp, die Mandala Roastery zu besuchen. Anstatt dort mit einem Mitarbeiter oder dem Besitzer zu sprechen, kam ich mit Tondi ins Gespräch. Er ist ein muslimischer Mann aus Nord-Sumatra. Er sprach über seinen Glauben, und ich bezeugte ihm das Wirken Jesu in meinem Leben und sprach ebenso über unseren Dienst im Kaffeehandel. Er war verwundert über die Dinge die ich sprach und meine Haltung zu Sexualität. Er lud mich noch zu seinen Freunden ein. Wir blieben im Kontakt und er lud mich später ein, nach Medan zu kommen.

Ebenso konnte ich an einem Ausflug von Manuels Gruppe in die Berge nach Tawangmangu, an der Grenze zu Ost Java teilnehmen. In der Gruppe war ebenso ein Mann mit hinduistischen Glauben und es erfolgte eine Situation, in der man diesem Mann beim gemeinsamen Essen zum beten ermutigte. Man wollte ihm Raum geben und ihn damit respektieren. Für mich ist es unvereinbar, denn ich kann nicht mit Jesus an einem Tisch sitzen und dann jemanden beten lassen, der gar nicht an Jesus Christus glaubt. So etwas ist für mich religiöser Unsinn. Ich sehe ein großes Problem darin, dass man menschengefällig handelt, anstatt zu schauen, was Gott gefällt. Dabei kam mir der Gedanke, ob bestimmte Irrlehren wie die Marienanbetung oder Hypergrace auf ähnliche Weise entstanden sind.

Später habe ich dann noch intensive Gespräche mit Charlie, Manuels Bruder, geführt. Er erzählte mir von seiner dunklen Vergangenheit im Satanismus und davon, wie er sein Leben geändert hat. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass mich seine Erzählung in den Bann gezogen haben und es hat einen komischer Beigeschmack.

Zum Abschluss besuchte ich die Jogja Coffee Week. Ich traf bekannte Gesichter von Röstereien und führte wieder gute Gespräche, in denen ich über unsere weltfremde Art des Handelns sprechen konnte. Dabei konnte ich über einige Erlebnisse und den Werdegang der KAFFEEkostbar berichten.

Bandung

Stadt in West Java, Indonesien

Andrew und Gabrielle gaben mir noch einmal die Möglichkeit, bei ihnen einzukehren. Den Großteil der Zeit nutzte ich, um den Bericht über meine Reise zu verfassen. Ich kontaktierte zwei Röstereien, die ich bei meinem ersten Aufenthalt besucht hatte und denen ich versprochen hatte, Kaffeeproben mitzubringen. Nach meiner Ankunft erhielt ich zunächst keine Rückmeldung, hörte aber deutlich vom Heiligen Geist, dass ich sie nicht erneut kontaktieren soll. Kurz vor meiner Abreise meldeten sie sich dann und kamen persönlich vorbei bzw. schickten einen Mitarbeiter, um die Proben abzuholen. Für mich ist es eine besondere Erfahrung, die Stimme Gottes teilweise so klar zu hören, selbst bei einfachen Dingen. Meine Hürde ist es manchmal, an den Dingen, die ich gehört habe, festzuhalten, gehorsam zu sein und sie nicht wieder zu vergessen.

Jakarta, Tangerang

Städte in West Java, Indonesien

Anstatt erneut im Haus von Joesi Sihombing unterzukommen, öffneten Gerry Darmawan und seine Frau Windy mir die Tür. Am ersten Abend durfte ich in ihrer Kleingruppe Zeugnis geben. Am nächsten Tag besuchte ich Ariadi, einen Bäcker und Moslem, in seinem Café. Jesus gab mir auch dort die Freimütigkeit, Zeugnis abzulegen und zu evangelisieren. Bisher bin ich in solchen Gesprächen weder auf Ablehnung noch auf Verachtung gestoßen. Anschließend hatte Gott noch eine Überraschung für mich bereit. Gerry erzählte mir, dass er im Oktober nach Deutschland fliegt und bot mir an, 10 kg meines Gepäcks mitzunehmen. So musste ich nicht mehr darüber nachdenken, was ich mitnehmen kann und was nicht. Diese Sache hatte mir aufgezeigt, dass wenn ich in kleinen Dingen nicht dankbar wäre, es auch in großen Dingen nicht wäre.

Singapur

Bei meinem letzten Aufenthalt in Singapur habe ich es versäumt, für die Übernachtung in einem Nebengebäude von YWAM zu bezahlen. Ich war davon ausgegangen, dass es umsonst sei, hätte aber nochmal nachfragen sollen.

Vor meiner Ankunft hatte ich nicht genug Geld, um die Schulden zu begleichen. Für meinen Aufenthalt in Bali, Surabaya, Yogyakarta und Bandung hatte ich Unterstützung erhalten. Für die Schulden und den Aufenthalt in Singapur nahm ich wahr, dass ich nicht nachfragen soll. Ich hatte die verbleibenden IDR in S$ getauscht und besaß somit 57 S$ in bar sowie 14,90 € auf dem Konto. Kurz vor meiner Ankunft erhielt ich dann 50 €, sodass ich wieder genügend Bargeld abheben und später meine Schulden bei YWAM bezahlen konnte.

Am ersten Tag habe ich am Changi-Flughafen übernachtet, da ich keine Unterkunft hatte und auch nicht wusste, wohin ich gehen sollte. Ich war erst einmal froh und dankbar, dass es am Flughafen einen Ort gab, an dem es kostenloses Trinkwasser gab und an dem ich übernachten konnte.

Am nächsten Tag hatte ich vom Heiligen Geist gehört, dass ich den Fluthafen verlassen soll. Ich habe mich dann bis zu einer Haltestelle leiten lassen, an der ich selbst entschied auszusteigen. Es war ein echter Kampf für mich, mich nur auf die Stimme Gottes zu verlassen. Aber ich konnte es klar in meinem Kopf wahrnehmen. Es waren teilweise Gespräche, wie mit einem Vater und seinem kleinen Kind, dass verunsichert ist. Ich wusste dann nicht weiter, war verzweifelt und ging ins Gebet. Nach einer ganzen Zeit habe ich dann dort die Straßenseite gewechselt und habe dort einen jungen Mann angesprochen. Wir kamen ins Gespräch und er lud mich ein, mit ihm eine Runde im Park zu gehen. Er ist Hinduist und ich erzählte ihm etwas über meine Lebensgeschichte und meinen Glauben.

Später bin ich dann zu YWAM gegangen, um meine Schulden zu begleichen. Als ich dort ankam, bot man mir an, zwei Nächte dort zu übernachten. Das nahm ich dankbar an. Nicolas schrieb mir später, dass er, Eva und Anna wahrgenommen haben, dass es für mich eine Komfortzone ist. Das hatte zunächst mein Fleisch bzw. meine alte Natur getroffen und ich war sehr niedergeschlagen.

Ich hatte Julius von YWAM davon erzählt und mich dann entschlossen, rauszugehen. Dieses Mal konnte ich nicht klar hören und bin auf eigene Faust losgegangen. Mir kamen in dieser Zeit allerlei schlechte Gedanken, von Reiseabbruch bis Nicolas blockieren. Es war sehr seelisch. Gegen 23:30 Uhr bin ich schließlich bei einem Haus gelandet, das zu einem Jesus Club gehört. Ich klingelte, jemand schaute zur Tür heraus, ließ mich aber nicht herein, sondern schloss die Tür gleich wieder. So habe ich die Nacht dann draußen verbracht, ohne Unterkunft. Ein weiterer Tiefpunkt.

Am nächsten Tag hat mich Eva in einem Schreiben ermutigt. Mit Jesu Hilfe konnte ich meine Niedergeschlagenheit überwinden und neuen Mut fassen. In den folgenden Tagen habe ich zum Großteil in sogenannten „Capsule Hostels“ übernachtet.

Nachdem ich einige Kaffeegeschäfte besucht hatte, beschloss ich, nach Geschäften für Kakao, Schokolade und Vanille Ausschau zu halten. Wir hatten von Lazarus Kakao und Vanille gekauft, aber ich hatte noch keine Erfahrung damit. Ich habe bei Google Maps eine Schokoladenmanufaktur gefunden, aber auch gehört, dass ich nicht zu viel erwarten soll. Dann habe ich weitergesucht und die Mr. Bucket Chocolaterie gefunden. Ich hatte das Wahrnehmung, dass ich dorthin gehen soll. Als ich dort ankam, wusste ich aber nicht so richtig, was ich machen sollte, und ich traute mich auch nicht, jemanden anzusprechen. Später bin ich dann wieder gegangen. Am nächsten Tag nahm ich erneut war, dass ich dorthin gehen soll, aber Gott sagte zu mir, dass es besser gewesen wäre, wenn ich es am Tag zuvor getan hätte. Ich habe auch vom Geist Gottes gehört, wie ich mich vorstellen sollte. Dieses Mal habe ich es umgesetzt und durfte die mitgebrachten Kakao-, Vanille- und Kaffeeproben vorstellen und im Austausch für einige Schokoladenprodukte übergeben.

Ein Mitarbeiter sagte mir, dass der Verantwortliche nicht da sei. Ich fragte, ob derjenige am Tag zuvor da gewesen sei, und der Mitarbeiter bejahte dies. Damit war mir klar, was Gottes Rede zuvor bedeutete.

Ein paar Tage zuvor teilte mir Nicolas mit, dass es für mich die Möglichkeit gäbe, bei der Firma NOR in Jember mir Wissen über die Funktionsweise und Wartung der Maschinen anzueignen. Gott öffnete eine weitere Tür für mich. Nach etwas Bedenkzeit habe ich dann zugesagt und ein weiteres Mal ein Ticket nach Indonesien gebucht.

Jakarta - Tangerang

Als ich in Jakarta am Flughafen angekommen war, hatte ich nicht mehr genug Geld für das Visa. Ich hatte zuvor nicht daran gedacht, erwartete aber auch noch eine Rückerstattung der Nebenkostenabrechnung für meine alte Wohnung in Döbeln. Das Geld kam jedoch nicht. Dann fragte ich Gott, was ich nun machen soll und lobte ihn, dass er mir helfen würde. Dann rief ich Frau an und fragte, ob sie mir Geld für diese Sache ausleihen könnte. Darauf sagte sie mir, dass ihr Manh es den Tag zuvor aufs Herz bekommen hatte, mich zu unterstützen, es aber noch nicht umgesetzt hatte. Wir lachten und freuten uns beide, wie Gott die Dinge lenkt. Sie hatte mir dann 200 € überwiesen, womit ich mein Visa bezahlen konnte.

Da aber schon einige Zeit vergangen war, hatte ich mir Sorgen um meinen Koffer gemacht. Als ich dann aber endlich zur Gepäckabholung kam und noch einige Passagiere auf ihr Gepäck warteten, kam mein Koffer mir in dem Augenblick entgegen, als ich zum Band ging.

Mein Gott ist wunderbar, unbeschreiblich und alles ist in seiner Hand!

Aus Gottes Hand

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